www.tiergeschichten.euTiergeschichten - Ein Galgo kommt ins Haus ...
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Ein Galgo kommt ins Haus ...

Galgo
Ein Galgo aus Spanien !
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Valentino
Valentino macht ein ...
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Valentino
... langes entspanntes Nickerchen !
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Flecki und Valentino
Valentino mit unserer Katze Flecki beim Sonnenbad !
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Meine liebe Freundin Ursula, die ihr alle kennt
(sie hat mich auf meinen Hund Janosch, Rubrik
"Unsere Tiere: Janosch", aufmerksam gemacht),
ist nun selber auf den Hund gekommen. Sie hat
durch eine Hilfsorganisation ihren Traumhund
gefunden.

Liebe Ursula, ich wünsche dir und deinem Freund
viel Freude mit eurem wunderschönen Galgo
Valentino!

Sandra

Nun lasse ich aber meine Freundin Ursula selber
erzählen:


Wie alles begann ...

Schon lange spielte ich  mich mit dem Gedanken,
einen Galgo bei uns aufzunehmen, da ich sie
besonders schön und elegant finde. Auf
www.windhunde-in-not.at wurde ich schließlich
fündig. Es war Liebe auf den ersten Blick und ich
wollte diesen Galgo unbedingt haben. Er heißt
Valentino und ist ca. 2005 geboren. Er hat viele
alte Bisswunden und Narben. Valentino hat sein 
bisheriges Leben einem Galgolero (Jäger) gedient.
Er hat ein sehr ruhig, liebes und sanftes Wesen.    

1. Tag


Am Sonntag also Fahrt zum Flughafen, geplante
Ankunft 22.30. Mit großer Verspätung - um
Mitternacht - dann endlich die ersehnte Ankunft.
Vorher noch große Verwirrung, weil mir die Dame
vom Verein Windhunde in Not gesagt hat, ich soll
beim Zoll warten. Habe dann einen Zöllner gefragt,
ob Hunde beim Zoll rauskommen. Dieser antwortete
mir: "Nein, doch dort wo alle Passagiere aussteigen."
Also dorthin und Ausschau halten, nach einem
Mann mit Hundeboxen. Kurz nach Mitternacht war
es soweit. Der Herr mit den Hundeboxen hat
niemanden gegrüßt, ist raus auf den Parkplatz.
Ich habe meinen Hund gleich erkannt und ihm sofort
durch die Gitterstäbe ein Leckerli gegeben. Er war
der einzige, der in der Box revoltiert hat, er war
viel zu groß. Konnte nicht drin stehen, also wurde
er als erster rausgelassen. Vorher noch kurze
Verwirrung, weil eine Dame mich wegscheuchen
wollte mit den Worten: "Das ist meiner!"

Der Galgo kam aus der Box, wir haben ihn an die
Leine genommen, einen Vertrag unterschrieben
- ohne ihn zu lesen - und sind davon.

Er ging ganz brav mit uns mit. Ich hatte Wasser
mit, aber das wollte er gar nicht. Rein ins Auto,
er saß bei mir vorne und war sehr nervös. Einige
Leckerli haben aber geholfen. Zu Hause ange-
kommen, haben wir einen kurzen Rundgang durchs
Haus und den Garten gemacht. Dann wieder raus
auf die Strasse fürs Geschäft. Das wurde dann
auch erledigt. Schließlich wars sehr ruhig draußen,
keine Autos oder Menschen.
Die erste Nacht haben Hund und ich im Wohnzimmer
auf dem Sofa verbracht, eng aneinander gekuschelt. 
Mein Freund war mit der Katze im Bett.

Am ersten Morgen dann ein Spaziergang im Wind-
schutzgürtel. Er ging super bei Fuß. Kein Kommando
notwendig. Andere Hunde, die ihn angebellt haben,
hat er ignoriert.

Dann wieder zu Hause ein Machtkampf ums Bett. Da wollte er unbedingt hin. Reagierte auf kein Kommando. Ich musste ihn vom Bett runter heben. Das hat sich mehrmals wiederholt.

Er ist mir auf Schritt und Tritt nachgegangen, überall hin, auch aufs Klo. War ständig bei mir, hat sich angelehnt und gezittert.

Dann kurze Ausflüge im Garten. Ein Erkundungsgang von 2-3 Metern, dann zurück zu mir, Streicheleinheiten holen, dann wieder ein Erkundungsgang in die andere Richtung. So ging das die ganze Zeit. Wieder eine Runde draußen gegangen, diesmal hat er die richtige Gartentüre sofort angesteuert. Dann waren wir in der Zoohandlung, das Brustgeschirr zurückgeben. Die Abteilung mit dem Hundetrockenfutter fand er sehr interessant.

Zurück beim Auto wollte er nicht mehr einsteigen. Beine in den Boden gestemmt, wie ein türkischer Esel, Kopf gesenkt. Also habe ich ihn wieder gehoben. Meine armen Bandscheiben!

Viel Schlaf am Sofa, wieder ein Versuch, in unser Bett zu kommen.

Dann kamen unsere Freunde Astrid und Franz zu Besuch, sie wollten natürlich den Hund sehen und hatten Geschenke für Hund und Katze dabei. Er blieb am Sofa liegen und ließ sich bewundern. Erst als mein Freund zurückkam, stand er auf.

2. Tag

Die Nacht hat er am Sofa verbracht, diesmal allein und bis nach 8 Uhr geschlafen. Fand ihn mit Kopf am Polster vor. Wollte gar nicht raus. Es war sehr gemütlich.

Die Katze ist am Gang auf und ab gegangen und hat dabei bei der Tür reingeschaut. Bewegt hat sie sich nur, wenn Valentino geschlafen hat. Später dann auch vorbei marschiert, als er nur dalag. Tagsüber war die Katze im Bett - unter der Tagesdecke - oder am Fensterbrett. Einmal hat er sich ihr genähert, da wurde er angepfaucht. 


5. April 2011
 
Heute zum ersten Mal mit Valentino ins Büro gegangen. Freudig kam Mimo (ein Brackenrüde) - der Hund des Managers- auf uns zu. Zuerst war Valentino ruhig, dann knurrte er heftig und Mimo war verschwunden.
 
Stiegen steigen stellte noch ein kleines Problem für Valentino dar, da er keine Stiegen kennt. Im Büro folgte er mir auf Schritt und Tritt, auch auf das WC. Gut, dass es groß genug für uns beide ist.
 
Die Chefin hat mich zum Kaffee in ihr Büro eingeladen. Valentino nützte gleich die Gelegenheit, um in der Veranda den Philodendron samt Umfeld zu markieren. Da alle Türen geschlossen waren, habe ich Valentino von der Leine gelassen. Die Chefin ging ihm nach, um weitere Markierungen zu verhindern und kam schreiend zurück: „Er stirbt, er springt“. Zuerst wusste ich nicht, was gemeint sein konnte. Ich lief der Chefin nach und sah, dass Valentino nur noch mehr mit den Hinterpfoten am Fensterbrett stand, mit den Vorderpfoten stützte er sich bereits im Efeu ab, der auf der Hausmauer wächst, bereit zum Sprung in die Tiefe. Ich habe mir meine Schuhe ausgezogen und mich angeschlichen. Es gelang mir, in letzter Sekunde, ihn am Halsband zu nehmen und ihn so sicher vom Fensterbrett zu heben. Ich war von diesem Erlebnis ganz fertig.
 
Abends holte ich meinen Freund in der Stadt ab. Als seine Freunde den Hund sahen, meinten sie: „Was willst du mit diesem Gerippe?“ Mein Freund erwiderte: „Das ist ein Rassehund aus Spanien, ein Galgo, das versteht ihr nicht!“
 
 
6. April 2011
 
Ich habe mich vom gestrigen Erlebnis erholt und bin mit Valentino zu Hause. Bei unseren Spaziergängen ist er schon viel selbstbewusster und beginnt die Umgebung zu markieren.
 
Valentinos Operationswunde entzündete sich, da er ja kastriert wurde. Der Tierarzt stellte fest, dass die Entzündung durch unhygienische Verhältnisse in Spanien nach der Kastrierung entstanden ist. Valentino bekam Antibiotika verschrieben. Die große Tablette, die ich nun verabreichen muss, verpackte ich in Leberwurst, die er mit großer Begeisterung frisst. So ist das Tablettennehmen kein Problem. Ich informierte die Tierschutzorganisation über meinen Tierarztbesuch. Die Dame, mit der ich sprach, rügte mich aber, und sie meinte, dass eine Salbe auch ausreichend gewesen wäre.

 
7. April 2011
 
Ein Bekannter kommt und ist mir behilflich, ein Regal aus Ziegelsteinen zu bauen. Es werden die Bretter mit der Kreissäge zugeschnitten. Valentino liegt unbeeindruckt von dem Lärm der Kreissäge ganz in der Nähe. Wir müssen neben der Arbeit auf ihn aufpassen, da Valentino unbedingt aus dem Kübel mit dem frisch angerührten Beton trinken will.
 
Meine Chefin hat mir ein wunderschönes Hundebett geschenkt: Valentino ist noch ein bisschen skeptisch und er lehnte das neue Hundebett im Haus ab. Da wir nun viel im Garten sind, nehme ich das Hundebett mit nach draußen und stelle es Valentino auf die Terrasse. Nun gefällt ihm das Hundebett ganz außerordentlich gut und er schläft lange darinnen.
 
Nun wird der Garten erkundet, aber nur in kleinen Runden und mit mir gemeinsam.
 
Abends gehe ich mit einer Freundin zum Heurigen. Natürlich kommt Valentino mit. Der Lärm im Lokal macht Valentino nichts aus, auch kommt er mit dem Straßenverkehr schon viel besser zurecht.

 
8. April 2011
 
Wieder ins Büro. Diesmal wird gleich die Haustüre markiert, offenbar um Mimo zu beeindrucken. Ich nahm Valentino vorsichtshalber während ich arbeite an die Leine, damit ich nicht übersehe, was er neben mir so tut.
 
Nachmittags gehe ich mit Valentino in die Innenstadt, um ihn an das Umfeld zu gewöhnen. Auf dem Rathausplatz fand das „Steirerfest“ statt. Das bedeutet viele Menschen und laute Musik. Valentino blieb stehen und weigerte sich, weiterzugehen.
 
Da kam ein Bekannter des Weges, der eine kleine Hündin hat. So war Valentino von dem Lärm des Festes abgelenkt und wir gingen ins Chinarestaurant essen, wo Valentino mit gebratenem Huhn verwöhnt wurde, was ihm sehr schmeckte. Danach kam der Bekannte mit seiner Hündin Chipsy mit nach Hause, da beide bei uns übernachten, da morgen ein großer Tag für alle ist.
 
 
9. April 2011

 
Beim Frühstück sitzen wir alle gemütlich beisammen. Unser Bekannte, mein Freund und ich und die beiden Hunde beschäftigen sich mit Futtersuchen. Valentino überlässt Chipsy den Vortritt an seiner Futterschüssel. Er ist eben ein Kavalier.
 
Valentino weiß noch nicht, dass wir heute Gäste bei einer großen Promihochzeit sind! 
  
Es gab eine große Diskussion, ob wir Valentino zu den Hochzeitsfeierlichkeiten mitnehmen oder nicht. Denn wir wussten ja nicht, wie er sich unter den vielen Hochzeitsgästen verhält, den kleinen Kindern und den anderen Hunden gegenüber und natürlich würde es auch sehr laut sein. Sollten wir ihn zu Hause lassen? Aber Valentino alleine mit der Katze? Das wollten wir doch nicht und so beschlossen wir, ihn mitzunehmen. Doch unsere Sorgen waren unbegründet, denn er benahm sich vorbildlich. Er wurde von allen Hochzeitsgästen bewundert und gestreichelt, was ihm sehr gefiel. An den ganzem Hochzeitsrummel interessierte Valentino aber vor allem das Hochzeitsmahl und da vorwiegend die Schnitzel. Ein junges Mädchen wollte mit ihm Gassi gehen. Aber Valentino verweigerte den Spaziergang mit der ihm doch fremden Person, er bewegte sich keinen Millimeter vom Platz. Keine Chance! Als zur vorgerückten Stunde ein Gast Rock’n Roll sang, begann er bei den hohen Obertönen zu heulen, was von allen als Begeisterung von Valentino verstanden wurde. So wurde es immer später und wir machten uns auf den Heimweg.


12. April 2011

Von unserem Zuhause aus erstreckt sich nicht unweit ein Waldgebiet und ich dachte mir immer, wenn ich einen Hund hätte, würde ich so gerne mit ihm dort spazieren gehen. Nun habe ich ja Valentino! Aber Valentino ist der Wald doch sehr fremd und er ist sehr aufgeregt. Knarrende Äste, ein raschelnder Laubhaufen und so viele Duftspuren, die er alle nicht kennt. Also geht Valentino etwas ängstlich und direkt hinter mir ein Stück des Waldweges. Aber es wird ihm schon noch alles vertrauter werden, wenn wir öfter diesen Waldweg gehen.


15. April 2011

 
Valentino und unsere Katze Flecki verstehen sich ganz gut, obwohl Flecki noch sehr vorsichtig ist und erst an Valentino vorbeigeht, wenn er schläft. Sie ist immer in unserer Nähe und wenn sie gestreichelt wird, schaut sie dabei den Hund triumphierend an. Flecki hat seit geraumer Zeit Valentinos Trockenfutter entdeckt, was ihr hervorragend schmeckt und sie frisst es nun immer zum größten Teil auf, wenn sie eines vorfindet. Valentino lässt sie großzügig gewähren.

Doch gibt es auch wilde Momente und Valentino wollte Flecki schon zwei Mal nachhetzen, was ich durch lautes Zurufen NEIN unterbinden konnte. Denn als Windhund ist er natürlich viel schneller als Flecki und man weiß nicht, wie dieses Nachhetzen enden würde. Schließlich ist er ja ein pensionierter Jagdhund.
 

20. April 2011

Gerne besuchen wir an lauschigen Frühlingsabenden die Lokale. Valentino kommt natürlich mit. Der Lärm in den Lokalen macht ihm nichts aus. Die Gäste und herumlaufenden Kinder sind kein Problem. Auch treffen wir dabei viele andere Hunde, natürlich interessiert er sich für die Hundedamen, aber die Rüden kann er gar nicht leiden.


28. April 2011
 
Nachdem mein Freund eine Woche lang im Krankenhaus war, ist Valentino noch mehr auf mich fixiert. Am Morgen bleibt er so lange im Nebenzimmer liegen, bis er meine Stimme hört. Dann kommt er schnell angetrabt, stupst mich an und fordert mindestens fünf Minuten lang Streicheleinheiten. Erst dann geht er in den Garten.
 


Fortsetzung folgt ...



Wenn ihr neugierig geworden seid, durch welche Seite Valentino sein Frauchen und Herrchen gefunden hat, könnt ihr das unter: http://www.windhunde-in-not.at/galgos/galgos-in-not-galgovermittlung

 

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