www.tiergeschichten.euDie Teufelsmühle. Teil 1
Spaß mit Tieren  
Tiergeschichten, Gedichte, Reime, Sagen und Märchen
Sage, Teufelsmühle, Teufel

Die Teufelsmühle

Teufelsmühle
Die Teufelsmühle - in magisches Licht getaucht ...
[ ]

Der Weg und die Bahnhofsbrücke zur Teufelsmühle ...
[ ]

Teil 1

Es war in der ältesten Mühle in Bad Ischl. Nach getaner Arbeit setzte sich der Müller mit seinen Gesellen in der Stube zusammen, um die verbleibenden Stunden bis zum Morgen mit ausgiebigen Kartenspielen zu verbringen. Die Stimmung wurde sehr ausgelassen. Es wurde gelacht, gespielt und getrunken. Das alles wäre vielleicht nicht so verwerflich gewesen, wäre es nicht der 24. Dezember. Aber an den Heiligen Abend dachte von dieser ausgelassenen Runde niemand. Auch dass eine Rauhnacht war, schien die fröhlichen Zecher nicht zu stören. Wahrscheinlich dachten sie gar nicht daran. Sie waren zu sehr mit dem Kartenspielen beschäftigt. Es war schon sehr spät als man an der Tür ein festes Klopfen vernahm. Der Müller öffnete verdutzt die Tür. Er konnte sich nicht vorstellen, wer zu dieser späten Stunde noch unterwegs war. Denn es war alles tief verschneit. Die Wege waren nicht gerichtet und nur schwer begehbar. Außerdem schneite es auf das heftigste. Vor ihm stand ein ihm unbekannter Jäger. Der Müller fragte ihn, was er wolle. Der Jäger bat um Einlass, weil es ihm bei dem starken Schneefall schon schwer fiele, seinen Heimweg fortzusetzen. Der Müller ließ ihn gerne ein. Er führte ihn in die Stube, wo es recht lustig zuging. Alle freuten sich über den späten Gast, der gleich darum bat, mitspielen zu dürfen, was man ihm gerne gewährte. Man freute sich über die Abwechslung. Der Gast verspielte ein Vermögen an Gold und Silber. Es schien ihm aber nichts auszumachen. Um so mehr freute sich der Müller mit seinen Gesellen darüber. So hohe Summen hatten sie in ihrem Leben noch nie gewonnen. Geschweige, einen solche Haufen Gold und Silber gesehen. Es quoll nur so aus den Taschen ihres stets sehr höflichen Gastes.
 
Bei einem so heftigen Kartenspiel kann es schon passieren, dass eine Karte zu Boden fällt. Der Müller hob die Karte auf, sein Blick fiel dabei auf die Füße seines Gastes. Er dachte, es träfe ihm auf der Stelle der Schlag. Der Gast hatte zwar einen Fuß, wie es Menschen zu eigen ist, aber statt des zweiten Fußes hatte er einen Huf und das hat nur der Teufel. Er hatte den Teufel zu Gast. Der Müller eilte zu seiner Frau und fragte sie um Rat, wie er den Gast loswerden könne. Seine Frau nahm das Weihwasser und ging damit in die Stube. Niemand beachtete sie. Gleich hatte sie den Gast entdeckt. Noch bevor er reagieren konnte, besprengte sie ihn mit Weihwasser. Der Gast sprang auf und stieß einen furchtbaren höllischen Fluch aus. Die Sessel und Tische fielen um. Und ein Lärm brach an. In dem ganzen Durcheinander ritt der teuflische Gast auf einem Feuerschweif durch den Kamin auf und davon. Die Gold- und Silbermünzen verwandelten sich aber in Steine. Der Müller und seine Gesellen waren sehr erschrocken darüber, mit wem sie da gezecht und gespielt hatten.
 
Es redete sich rasch in der ganzen Umgebung herum, was in jener Nacht geschehen war. Seitdem wird die Mühle von den Ischlern die Teufelsmühle genannt.

(Die Mühle ist seit dem 15. Jahrhundert urkundlich erwähnt.) 

Sagen - neu erzählt von Sandra Pflugbeil 


Die Teufelsmühle. Teil 2

 

Druckansicht Druckansicht

 
Sage, Teufelsmühle, Teufel
  created with ed-it.® 4.0-p2-20120123
Sage, Teufelsmühle, Teufel