www.tiergeschichten.euTobby - Die Lupinen
Spaß mit Tieren  
Tiergeschichten, Gedichte, Reime, Sagen und Märchen
Märchen, Wichtel, Sandra Pflugbeil,

Tobby - Die Lupinen


Tobbys Spazierweg zu den Lupinen ...
[ ]

Tobbys Ruheplatz ...
[ ]

Tobbys Lupinen ...
Tobby ging durch den Märchenwald. Es war Sommer und sehr heiß. Aber im Schatten des Waldes war es angenehm kühl. Tobby war auf dem Weg zu einer seiner Lieblingsblumen, zu den Lupinen. Es waren
hohe Blumenstauden, ihre Blüten waren in Kerzenform und sie blühten in den schönsten Farben, rosa, lila und blauviolett. Aber auch ihre Blätter waren besonders hübsch.
 
Als Tobby bei den Lupinen angelangt war, empfingen ihn schon die Lupinenelfchen. „Hallo Tobby, da bist
du ja wieder“, riefen die Elfchen, „blühen die Lupinen nicht wunderschön?“ „Die Blüten sind ja traumhaft“, rief Tobby ganz beglückt und er konnte sich an den Blüten gar nicht satt sehen. Die Lupinenelfchen flogen zwischen den Blüten hin und her. Sie hatten leichte Sommerkleidchen in rosa, lila und violett an. „Schade, dass die Lupinen nur an einer Stelle im Wald blühen“, sagte Tobby. „Ja, das ist wirklich schade“, meinten die Lupinenelfchen. Tobby setzte sich auf einen Baumstumpf, der ganz mit Moos bewachsen war. Neben dem Baumstumpf wuchs ein großer Farn. Die Farnblätter bewegten sich leicht im Wind. Tobby überlegte eine ganze Weile. Er sah dabei den Lupinenelfchen zu, wie sie um die Lupinen herumflogen. „Ich habe eine Idee“, rief Tobby und sprang auf. Die Lupinenelfchen hielten inne und sahen Tobby ganz erschrocken an. „Was ist das für eine Idee?“ fragte ein Lupinenelfchen neugierig. „Die Lupinen vermehren sich doch vom Blütensamen?“, meinte Tobby. „Ja, das ist richtig“, sagten die Lupinenelfchen. „Wenn der Samen reif ist, werde ich ihn einsammeln und ihn überall verteilen“, meinte Tobby. „Das ist eine großartige Idee“, riefen die Lupinenelfchen und flogen vor Aufregung wild durcheinander.
 
So verging der Sommer. Tobby besuchte regelmäßig die Lupinen. Als die Lupinen verblüht waren, bildeten sie grüne pelzige Samenkapseln, die langsam mehr oder weniger braun wurden. Tobby saß wieder auf dem vermoosten Baumstumpf und schaute die Samenkapseln prüfend an. Dann sagte er: „Irgendwie reift der Samen hier nicht richtig aus“. „Du hast recht, der Samen bekommt hier zu wenig Sonne“, sagte ein Lupinenelfchen. Dann machte sich Tobby wieder auf den Heimweg.
 
Zu Hause angekommen dachte sich Tobby, „ich werde die Samenkapseln abschneiden und sie mit nach Hause nehmen. Nun schaue ich in den Schuppen, wo ich den Samen reingeben könnte.“ Er ging zum Schuppen, öffnete die Tür und ging hinein. Da sah er neben dem Stoß alter Zeitungen einen großen Weidekorb stehen. „Der ist gerade recht“, dachte sich Tobby und hob ihn hoch. Da fiel sein Blick auf das Fenstersims, dort lag eine Gartenschere. „Das ist super!“ dachte sich Tobby und er legte die Schere in den Korb. Dann ging Tobby ins Haus.
 
„Ich möchte morgen den halbreifen Lupinensamen abschneiden und ihn in der Sonne nachreifen lassen. Meint ihr, das geht?“ fragte Tobby. „Oh ja, das ist möglich, sind es viele Hülsen?“ fragte die Wichtelmama. „Ja, es sind schon viele, ich habe einen Korb im Schuppen gefunden, der würde voll werden.“ „Den nimmst du dir morgen mit“, sagte der Wichtelpapa. „Kann ich morgen nicht mitgehen?“ fragte Lena. „Nein, das ist zu weit für dich“, sagte der Wichtelpapa. Nun brachte die Wichtelmama das Abendessen in einer großen Schüssel. Es gab Gemüseeintopf mit Kartoffeln und Rindfleisch. Dann ging Tobby schlafen.
 
Am nächsten Morgen wachte Tobby auf. Die Vöglein sangen ihr Morgenlied. Er stand auf, zog sich an und ging in die Stube. Papa, Mama und Lena frühstückten bereits. Tobby und Lena tranken ihren Kakao. Mama und Papa Kaffee. Aber alle aßen Müsli. Papa und Mama aßen ihr Müsli mit Milch, Tobby und Lena mochten es lieber mit Joghurt. Nach dem Frühstück ging Papa mit Tobby vor die Tür und gab ihm den Korb in die Hand. „Ich bin schon neugierig, wie die Samen ausschauen von den Lupinen“, meinte Lena. „Zur Mittagszeit bin ich wieder zurück, dann siehst du ihn“. Und so machte sich Tobby auf den Weg.
 
Tobby wanderte über die Wiesen und durch den Märchenwald. Die Sonne schien, die Schmetterlinge flatterten von Blüte zu Blüte, die Käfer liefen auf dem Weg umher oder wärmten sich in der Sonne. Und die Vöglein sangen fröhlich ihre Lieder. Tobby genoss seinen Spaziergang an diesem schönen Sommertag. „Hallo Tobby, da bist du ja wieder“, riefen die Lupinenelfchen, als Tobby bei ihnen angelangt war. „Hallo“, rief Tobby den Elfchen zu. „Ist der Lupinensamen schon reif geworden?“ fragte Tobby. „Ja, er ist schon noch gereift, aber es ist gut, dass du den Samen mitnimmst“. Tobby machte sich gleich ans Werk. Er schnitt alle Samenhülsen ab und legte sie in den Korb. Die Lupinenelfchen halfen ihm dabei. Sie achteten darauf, dass Tobby keine Samenhülsen übersah. Als Tobby mit seiner Arbeit fertig ist, war der Korb bis obenhin gefüllt mit den Samenhülsen. „Jetzt muss ich aber eine Pause machen“, sagte Tobby und er setzte sich auf den vermoosten Baumstumpf. Auch die Lupinenelfchen waren müde vom vielen Herumfliegen und sie ruhten sich auf den Lupinenblättern aus.
 
Nach eine Weile stand Tobby auf und sagte: „Ich mache mich jetzt auf den Heimweg.“ „Hoffentlich ist der Korb nicht zu schwer“, meinte ein Lupinenelfchen. Tobby hob den Korb hoch. „Er ist nicht schwer, der Samen wiegt doch nicht so viel“, meinte Tobby und er machte sich auf den Weg. „Auf Wiedersehen, Tobby, wir sind schon neugierig wie es mit den Samen weitergeht“, riefen die Lupinenelfchen.
 
Es war Punkt zwölf als Tobby nach Hause kam. „Ist mir heiß“, dachte Tobby und er setzte sich auf die Gartenbank. Den Korb hatte er neben sich abgestellt. Da kam Lena angelaufen. Sie hatte ein altes weißes Tischtuch in der Hand. „Hallo Tobby, Mama hat mir ein Tuch gegeben für deinen Lupinensamen.“ „Das ist ja toll“, rief Tobby und sie breiteten das Tischtuch auf der Wiese aus. Tobby leerte den Korb darauf aus, dann entleerten Tobby und Lena die Hülsen. Sie entfernten die Stengel und die Blätter. Übrig blieb der Lupinensamen, den sie auf dem Tuch anglichen. „Tobby, Lena, das Essen ist fertig“, rief die Wichtelmama. „Wir kommen!“ rief Tobby und sie liefen in das Haus. Es gab Rindsgoulasch mit Nudeln. Tobby war nach dem langen Marsch schon hungrig. „Wie weit bist du den mit deinem Lupinensamen“, fragte der Wichtelpapa Tobby. „Er reift schon in der Sonne“, sagte Tobby. „Das war aber eine Menge Arbeit“, sagte der Wichtelpapa. „Ja, das war es wirklich“, meinte Tobby.
 
Jeden Tag breitete Tobby das Tuch mit dem Samen in der Wiese aus, bis er ganz schwarz war. Jetzt war der Samen reif. „Tobby schau, was ich für dich habe“, rief die Wichtelmama und sie gab Tobby ein Leinensäckchen. Es hatte eine rote Kordel und war mit dem Wort „Blumensamen“ bestickt. „Das ist ja großartig“, rief Tobby und er freute sich sehr darüber. Er füllte es gleich mit einem Teil des Lupinensamens.
 
Der Sommer verging, es kam der Herbst. Es bliesen kalte Winde und es wurde früher dunkel. „Jetzt werde ich überall den Lupinensamen ausstreuen“, dachte sich Tobby. Und so machte Tobby es auch. Auf seinen Spaziergängen streute Tobby den Lupinensamen überall hin, wo er dachte, dass da Lupinen gerne wachsen. Oft blies auch ein kalter Wind, so dass Tobby seine rote Wichtelmütze tief in das Gesicht zog und er die Hände tief in die Taschen seiner grünen Wolljacke vergrub. Als Tobby den ganzen Samen verstreut hatte, dachte Tobby: „Ich bin schon sooo neugierig, ob der Samen aufgeht.“ Es kam der Winter mit viel Schnee und Eis, aber auch ein neuer Frühling. Tobby schaute bei seinen Spaziergängen, ob er wo Lupinenblätter entdecken konnte. „Ich glaube, dass mit dem Lupinensamen ist nichts geworden“, meinte Tobby bei einem Abendessen. „Das sind ja Sommerblumen, die blühen doch viel später, da kannst du noch nichts sehen. Da musst du dich noch gedulden“, meinte der Wichtelpapa. Tobby nickte und seufzte.
 
Eines Tages, als Tobby wieder unterwegs war, er dachte gar nicht mehr so sehr an den Lupinensamen, sah er da und dort rosa, blaue und violette Lupinenblüten. Sie blüten überall dort wo Tobby den Samen ausgesät hatte. Es war ein üppiges Blütenmeer. „Tobby, Tobby“, riefen die Lupinenelfchen aufgeregt, „das hast du wunderbar gemacht“, als er sie besuchte. Als er wieder zu Hause war, fragte Tobby: „Wollen wir morgen einen Spaziergang machen?“ seine Eltern. „Ja, natürlich, das wäre schön“, sagte der Wichtelpapa.
 
Am nächsten Morgen machten sich der Wichtelpapa, die Wichtelmama, Tobby und Lena auf den Weg. Überall im Märchenwald blühten an den Wegrändern Lupinen. Elfen und Schmetterlinge umschwirrten die herrlichen Blüten. Es war hübsch anzuschauen. „Das war eine tolle Idee von dir“, sagte der Wichtelpapa. „Ja, und mit viel Mühe verbunden“, sagte die Wichtelmama. „Aber du hast den Märchenwald um vieles schöner gemacht“, sagte Lena beeindruckt. Als Tobby das alles hörte, war er sehr zufrieden und glücklich.
 
Sandra Pflugbeil

Druckansicht Druckansicht

 
Märchen, Wichtel, Sandra Pflugbeil,
  created with ed-it.® 4.0-p2-20120123
Märchen, Wichtel, Sandra Pflugbeil,